Wohnbebauung Dresden, Am Bramschkontor

Projektdaten


Standort:

Dresden-Friedrichstadt


Bauzeit:

2012–2014


Bauweise:

PORIT Porenbeton PPW2,

λ = 0,09 W/mK,
d = 36,5 cm

Bauherr

 

Planungsgemeinschaft

Menageriegärten GbR

Architekt

 

ARGE Nadja Häupl Architektin – Heidelmann & Klingebiel Planungsgesellschaft mbH


Bauen mit Porenbeton

Lebendiger Stadtbaustein am Dresdner Bramschkontor

Am Bramschkontor heißt eine neue Adresse für urbanes Wohnen in grüner Umgebung in der Dresdner Friedrichstadt. Nahe der Elbe, dem Ostragehege und der markanten „Tabakmoschee“ Yenidze ist auf dem ehemaligen Gelände der Presshefe- und Spirituosenfabrik Bramsch ein in sich geschlossener lebendiger Stadtbaustein entstanden. Anknüpfend an die historischen Strukturen der Friedrichstadt – von Mauern umgebenen Arealen – sind Mehr- und Einfamilienhäuser mit öffentlichen, halböffentlichen und privaten Freiräumen entstanden, bei denen der Baustoff Porenbeton eingesetzt wurde. Das alte, als Fabrikbau noch bestehende Kontorhaus ist ins Ensemble eingebunden.

Unter den Neubauten stechen zwei um einen Wohnhof gruppierte Mehrfamilienhäuser mit Nebengebäude hervor. Die dreigeschossigen Niedrigenergiehäuser im KfW 55 Standard wurden als einschaliger Mauerwerksbau aus hochwärmedämmendem Porenbeton errichtet.
Warme Putzfarben und Lochfassaden mit stehenden Fensterformaten beziehen sich auf die Umgebung mit Bramsch-Kontorhaus, Krankenhaus Friedrichstadt und den Sandsteinmauern im Areal. „Dabei gibt der Wechsel in den handwerklich aufwändig hergestellten Oberflächen von Kammputz für die Flächen und Glattputz für die Fensterfaschen in durchgefärbtem mineralischem Putz ohne Egalisierungsanstrich die Lebendigkeit der Wand wieder“, erläutert Architektin Nadja Häupl. Die Holzläden und Spaliere erinnern an die barocke Gartenkultur der Menageriegärten, die sich auf dem Gelände vor der industriellen Nutzung erstreckten.

Mehrgenerationenhäuser nachhaltig konzipiert

Die Bauherren – eine Baugemeinschaft – setzten geringe Baukosten und unter ökologischen Gesichtspunkten Baustoffe aus der Region, Holzfenster und Verzicht auf Außendämmung als Prämissen. Im Hinblick auf erneuerbare Energien entschieden sie sich für eine Holzpelletheizung und dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung.
„Unter den Anforderungen geringer Baukosten bei Verzicht auf Außendämmung und einer möglichst schnellen und preiswerten Bauweise im Rohbau galt es, mit hochwärmedämmenden Steinen ohne Stahlbeton in den Wänden kompakt zu bauen“, so Architektin Häupl. „Da lag die Wahl von Porenbetonmauerwerk nahe.“ Auf eine mehrschalige Bauweise wurde auch verzichtet, da die Friedrichstadt durch ihre Flussnähe trotz aller Schutzmaßnahmen hochwassergefährdet bleibt.
Außenwände müssen leicht abtrocknen und einfach wieder instand gesetzt werden können.

Konzipiert wurden die beiden Häuser mit elf Wohnungen als Mehrgenerationenhäuser. Dabei fanden die unterschiedlichen Bedürfnisse der Bauherrengemeinschaft von jungen Familien mit ein bis vier Kindern bis zu Senioren Berücksichtigung. So entstanden unterschiedliche Wohnungstypen von 80 bis 215 qm über eine bis drei Etagen. Diese individuell geschnittenen Wohnungen erscheinen nach außen hin einheitlich, um die Ensemblewirkung der Hofanlage zu wahren. In einem ebenfalls mit Porenbeton gebauten Nebengebäude gibt es Garagen, Abstellräume, Werkstatt und Gemeinschaftsraum. Auch die Gartenflächen sind gemeinschaftlich.

 




 

Vorzüge von Porenbeton machen Bauen leicht

Auch bei dieser Baustelle zeigten sich die Vorzüge von Porenbeton. Als Massivbaustoff bietet Porenbeton eine Wärmeleitfähigkeit ab 0,08 W/m²K in der Rohdichteklasse 0,35. Bereits die 36,5 cm dicke einschalige, lediglich verputzte Außenwand besitzt einen U-Wert von 0,21 W/m²K. Dieser liegt 25 Prozent unter dem im Referenzgebäude der neuen EnEV vorgesehenen U-Wert für die Außenwand von 0,28 W/m²K.

„Die Verarbeitung von Porenbeton ist sehr einfach und unkompliziert“, berichtet Bauleiter Ingo Jeschke. „Das Zuschneiden von Passsteinen geht wesentlich besser als bei anderen Baustoffen.“ Millionen eingeschlossener Luftperlen machen die Bausteine leicht und erlauben eine einfache Handhabung. Im Innenbereich der Mehrfamilienhäuser wurde u.a. Kalksandstein verarbeitet. Dieses Mauerwerk wurde an die Außenhülle mit Mauerankern angebunden.
Was Jeschke als vorteilhaft ansieht: Im Außenwandbereich können Anforderungen der Energieeinsparverordnung ohne zusätzliche Dämmung erreicht werden. Unter dem Fokus der neuen Energieeinsparverordnung erweist sich Porenbeton als ein Baumaterial, das anspruchsvollen Klimaschutzzielen gewachsen ist. Der homogene Wandaufbau erlaubt nahezu wärmebrückenfreie Konstruktionen. Eine verputzte einschalige Wand aus Porenbeton gilt ohne Zusatzmaßnahmen als luftdicht im Sinne der Energieeinsparverordnung.
„Darin ist Porenbeton anderen Baustoffen überlegen“, sagt der Bauleiter.
„Konstruktive Details an einzelnen Punkten, an denen das Porenbetonmauerwerk mit der Druckfestigkeit von anderen Mauerwerksarten nicht mithalten kann, lassen sich mit überschaubarem Aufwand lösen, ohne dass der Untergrund für den Außenputz einen Materialwechsel erfährt.“ Speziell auf den Baustoff Porenbeton abgestimmte mehrlagige Systemputze sorgen für eine dauerhaft rissfreie Fassade.

Konzept ist aufgegangen

Ende 2014 haben die Familien der Baugemeinschaft ihr neues Dresdner Domizil Am Bramschkontor bezogen. Ihre Bauträume haben sich erfüllt. Sie fühlen sich zuhause.
Architektin Nadja Häupl konstatiert: „Unser Konzept ist beim Bauen mit Porenbeton aufgegangen. Wir konnten preisgünstig und gleichzeitig energie- und ressourcenbewusst bauen und dabei einen hohen gestalterischen Anspruch verwirklichen.“


Quelle: Bundesverband Porenbeton

Fotograf: Thomas Lehmann, Tauscha Kleinnaundorf