Bürogebäude als Ersatzneubau in Glashütte

Projektdaten


Standort:

Glashütte in Sachsen


Bauzeit:

Fertigstellung Frühjahr 2014


Bauweise:

PORIT Porenbeton PPW2,

λ = 0,09 W/mK,

d = 36,5 cm mit mineralischem
Putz, die Innenwände sind aus Kalksandstein

Bauherr

 

Böhmer IT-Systeme

Untere Hauptstr. 42

01768 Glashütte

Architekt

 

Herr Dipl.-Ing. Architekt Eckardt Jacob

Obere Hauptstar. 114
01768 Glashütte


Lückenbau in Porenbeton

Geschäfts- und Wohnhaus ergänzt historische Kulisse im sächsischen Glashütte


Als Wohn- und Geschäftsadresse genießt die Stadt Glashütte in Sachsen durch ihre traditionelle handwerkliche Fertigung hochwertiger Uhren einen guten Ruf. In diesem Umfeld siedeln sich gern weitere kleine Unternehmen an. Mitten in der historischen Kulisse des Stadtzentrums hat ein IT-Büro mit einem modernen Lückenbau in Weiß als Firmensitz ein Ausrufezeichen gesetzt. Eingepasst in die vorhandene Straßenflucht entstand ein dreigeschossiges Geschäfts- und Wohngebäude aus dem hochwärmedämmenden Massivbaustoff Porenbeton.

Ursprünglich hatte das Unternehmen Böhmer IT-Systeme ein an dieser Stelle stehendes Gebäude von 1850 mit der Absicht erworben, es für seine Zwecke umzubauen. Doch Raumhöhen von 2,25 statt vorgeschriebener 2,40 Meter ermöglichten keine gewerbliche Nutzung, eine Sanierung erwies sich als hochgradig unwirtschaftlich. Letztlich stimmten Bauamt und Denkmalpflege einem Abriss zu, machten aber Auflagen für einen Neubau.

So musste die Traufhöhe des neuen Hauses an das angrenzende Gebäude angepasst werden. Die straßenseitige Fassade musste sich im Erscheinungsbild der Stadtbebauung angleichen. „Deshalb war als Fensterformat ein stehendes Rechteck erwünscht, es waren viele, relativ kleine Fenster zu konzipieren“, erklärt Entwurfsplaner Eckhardt Jacob. „Die rückwärtige Seite des Hauses konnte frei gestaltet werden. Dort richteten wir uns nach den Vorstellungen des Unternehmens als Auftraggeber. Dieser wünschte sich große Fenster, ein voll verglastes Treppenhaus und Balkone.“

Geplant als Geschäftshaus mit möglichem Umbau zu Wohnzwecken

Das Gebäude wurde als Geschäftshaus geplant. Einzupassen war es in ein relativ kleines, 15x30 Meter messendes Grundstück. Grundrisse wurden so ausgelegt, dass mit geringen Umbauten und Ergänzungen auch eine Nutzung als Wohnung möglich ist. Da jede Etage in zwei Wohnungen geteilt werden kann, wurden für künftige Bäder und Toiletten Anschlüsse vorinstalliert.
Um die vorgeschriebene Traufhöhe einzuhalten und dennoch ein dreigeschossiges Gebäude zu realisieren, ging der Planer mit der Fundamentgründung einen halben Meter tiefer als das vorherige Haus. Auch die Neigung des ziegelgedeckten Satteldachs war an der Dachneigung der Nachbarbebauung auszurichten. Die Außenwände wurden mit Porenbeton – Wärmeleitfähigkeit 0,09 W/m²K, PP2, 36,5 cm dick – errichtet und mit weißem mineralischem Putz versehen. Die tragenden Innenwände sind aus 24 cm dickem Kalksandstein, die nichttragenden Trockenbauwände.

 




 

Bewusste Entscheidung für den Baustoff Porenbeton

„Für den Baustoff Porenbeton haben wir uns bewusst entschieden, weil wir mit ihm bereits seit vielen Jahren gute Erfahrungen gemacht haben“, berichtet Bauingenieur Jacob. „Auch bei diesem Geschäftshaus haben uns seine Eigenschaften überzeugt.“

Als Massivbaustoff bietet Porenbeton eine Wärmeleitfähigkeit ab 0,08 W/m²K in der Rohdichteklasse 0,35. Bereits die 36,5 cm dicke einschalige, lediglich verputzte Außenwand besitzt einen U-Wert von 0,21 W/m²K. Dieser liegt 25 Prozent unter dem im Referenzgebäude der neuen EnEV vorgesehenen U-Wert für die Außenwand von 0,28 W/m²K. Was Jacob, der bei einem Neubau nichts von zusätzlicher Wärmedämmung hält, als besonders vorteilhaft ansieht: Im Außenwandbereich können Anforderungen der neuen Energieeinsparverordnung mit monolithischen Wänden ohne zusätzliche Dämmmaßnahmen erfüllt werden.

Anspruchsvollen Klimazielen gewachsen

Unter dem Fokus der neuen Energieeinsparverordnung erweist sich Porenbeton als ein Baumaterial, das den anspruchsvollen Klimaschutzzielen gewachsen ist. Der homogene Wandaufbau erlaubt nahezu wärmebrückenfreie Konstruktionen. Eine verputzte einschalige Wand aus Porenbeton gilt ohne Zusatzmaßnahmen als luftdicht im Sinne der Energieeinsparverordnung. „Darin ist Porenbeton anderen Baustoffen überlegen“, meint Jacob. „Bauphysikalisch ist das eine günstige und zudem wirtschaftliche Lösung. Ein Außenputz ist leicht aufzubringen.“
Auch mit Blick auf die Nachhaltigkeit wurde mit der Verwendung von massiven Wänden aus Porenbeton und der flexiblen Innenraumaufteilung ein Gebäude geschaffen, das einen Beitrag zum effizienten Einsatz von Ressourcen leistet und über Generationen hinweg Bestand haben wird.

Qualitativ hochwertiges Mauerwerk leicht zu errichten

Als für diesen Standort passende Anlagentechnik wurde eine traditionelle Gas-Brennwert-Therme gewählt, ursprünglich geplante Photovoltaik erwies sich aufgrund geringer Sonneneinstrahlung in die Tallage hinein als unrealistisch.

Porenbeton ist, so auch die Erfahrung auf der Baustelle in Glashütte, gut zu verarbeiten. Besonders in kritischen Bereichen wie Gebäudeecken, Fensterbänken und dem oberen Abschluss des Mauerwerks hat Porenbeton Vorteile. „Wenn die Maurer sorgfältig arbeiten, die erste Schicht exakt gesetzt wird und die weiteren ordentlich lot- und waagerecht aufgesetzt werden, ist ein qualitativ hochwertiges Mauerwerk schnell zu errichten“, schildert Jacob die Baupraxis. Die Möglichkeit, Porenbeton passgenau und einfach auf der Baustelle zuzuschneiden und seine durch Millionen eingeschlossene Luftporen bedingte Leichtigkeit vereinfachen und beschleunigen den Bauprozess.

Zufrieden mit dem Gesamtergebnis

Mit dem Gesamtergebnis – einem hochwertigen, auf die Firmenbedürfnisse zugeschnittenen Geschäftsgebäude – ist der Bauherr und Firmeninhaber Gert Böhmer sehr zufrieden. Das Unternehmen ist 2014 eingezogen.

Quelle: Bundesverband Porenbeton

Fotograf: Thomas Lehmann, Tauscha Kleinnaundorf